Ev. luth. Kirchengemeinde Kirchdorf
Ev. luth. Kirchengemeinde Kirchdorf

Gemeinsam Wege der Versöhung finden

 

 

 

Bildunterschrift:  „Imam Layama (links), Pastor Guerekoyama-Gbangou (Mitte) und Kardinal Nzapalainga (rechts) treten gemeinsam leidenschaftlich für den Frieden in Zentralafrika ein.“

 

Papst Franziskus ernannte Dieudonne Nzapalainga, den katholische Erzbischof von Bangui, zum Kardinal. Im Jahr 2015 besuchte Papst Franziskus Bangui in Zentralafrika. Deutlich setzte er sich für Frieden und Versöhnung zwischen Muslimen und Christen ein; er war bis in die verbarrikadierten muslimischen Wohnviertel gegangen und hatte den dort ausharrenden Menschen sein Mitgefühl ausgedrückt. Ich bin sicher, dass er bei dieser Gelegenheit das segensreiche Wirken der „interreligiösen Plattform“ wahrgenommen hatte, die Imam Oumar Kobine Layama (Präsident des Islamrates), Pastor Nicolas Guerekoyame-Gbangou (Präsident der Evangelischen Allianz) und Erzbischof Nzapalainga gemeinsam gegründet hatten. Schon seit Beginn der kriegerischen Unruhen in Zentralafrika im Jahr 2013 touren diese drei Männer - oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens - durch das Land und predigen ihren Gemeinden, dass Gott von Muslimen und Christen dasselbe will, nämlich Frieden üben und seinen Nächsten lieben.

 

Ich hatte im Oktober 2016 die Gelegenheit, Bangui, die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, zu besuchen. Ich sah sowohl Spuren der Gewalt, als auch Wirkungen der Arbeit der „interreligiösen Plattform“. Der Präsident des Landes, frei gewählt und seit März 2016 im Amt, betonte ausdrücklich, ohne den Einsatz der drei Religionsführer wäre der demokratische Übergang nach all der Gewalt nicht möglich gewesen. Im Gespräch mit dem Präsidenten der lutherischen Kirche, Pastor Samuel Ndanga-Toué, gestanden wir einander ein, dass wir beide über Muslime und über die Mission unter Muslimen inzwischen anders denken als vor dreißig Jahren, als wir einander kennenlernten. Angesichts der Gewalt, die gerade auch immer wieder von religiösen Gruppen ausgeht, ist heute nicht mehr die Frage wichtig, zu welcher Religionsgemeinschaft jemand gehört, sondern ob er mit allen  Menschen des Glaubens nach Frieden und Versöhnung strebt. Ich bin dankbar dafür, dass Muslime und Christen in Zentralafrika gemeinsam Wege des Friedens, der Versöhnung und der Entwicklung suchen! 

Pastor Hartmut Grimmsmann

Evang.-luth. Missionswerk in Niedersachsen

stellv. Direktor